ohne sinn und verstand

Freitag, 21. Juli 2006

Briefe an die Geliebte II

Geliebte,

es ist so, wie es ist. Ich genieße jeden Gedanken, der in deine Richtung schweift, jede Fantasie, jeden Anflug von Lust, der mit dir zu tun hat, die Erinnerungen an das, was war, die bizarren Treffen in stickigen Büros und abartigen Toiletten. Ich will mehr und weiß gleichzeitig, dass ich nicht mehr will. Ich kenne das, ich habe es schon oft versucht zu spielen, dieses hinterlistige Spiel untreuer Männer, Zeit schinden, unverfängliche Orte suchen, Ausreden, sich ja nichts anmerken lassen, auch in Momenten großer Begierde, bloß nicht nachts laut im Traum sprechen. Wofür diese ganze Quälerei? Für einen kurzen Augenblick, in dem wir einen Teil unserer Lust ausleben können? Für ein paar Berührungen, die lange ersehnt werden, erkämpft werden müssen? Ja, und das ist des Pudels Kern, ich genieße das bisschen, das wir haben, es bereichert mein Leben, obwohl es moralisch fragwürdig ist, es ist ein Teil meines Lebens geworden, der Teil, der die absolute Lust in der Fantasie abbildet. Ich habe noch nie für einen Menschen so etwas empfunden. Nicht verliebt zu sein und trotzdem jemanden zu vermissen, körperlich.

Ich stelle nichts mehr in Frage und lasse mich in deine Arme fallen, du entscheidest über sein oder nicht sein, ich genieße das, was ich bekommen und vermisse, was nicht sein kann. Und sollten wir uns vor deinem Urlaub nicht mehr sehen können, werde ich in der Zeit nicht verzagen, sondern an das denken, was war, was ist und was hätte sein können.


Dein Geliebter.

Dienstag, 18. Juli 2006

Briefe an die Geliebte I

Geliebte,

was du mit mir machst, ist unbeschreiblich. Du bringst mich um den Verstand, wissentlich oder unwissentlich, das ist letztlich egal. Du quälst mich mit deiner puren Anwesenheit, sobald ich weiß, dass du das Haus betreten hast, werde ich ganz nervös, ich beginne zu schwitzen, beim Gedanken daran, dass du nur wenige Meter von mir entfernt sitzt. Dann stehst du vor mir, im luftigen Sommerkleid und ich bin nicht mehr ich. Ich bin fremdgesteuert, denke nur noch an gemeinsame Stunden, die wir in unserer Fantasie miteinander verbracht haben, in der Realität war das bisher nicht möglich. Begierde, du weckst atemlose Begierde in mir, mit deinem Lächeln, mit deinen Bewegungen, mit deinen Worten. Du weißt, dass ich besser schreiben als reden kann und rufst mich trotzdem an, um aus meinem Mund zu hören, was ich mir wünsche, wovon ich träume, wir quälen uns gegenseitig, denn wir wissen, es bleibt uns nicht viel. Kurze, verträumte Momente im stillen Kämmerlein, Sekunden der Begierde, die die Fantasie noch mehr anregen, statt zu erfüllen, am Ende bleibt der Geschmack deiner Haut, ein Hauch deiner Berührungen und das Gefühl, dieses Spiel nie enden lassen zu wollen.

Dein Geliebter.

Freitag, 14. Juli 2006

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Kafka-Zitate in englischer Sprache. Wer braucht so etwas auf einer deutschen Seite?

Montag, 10. Juli 2006

...

Schändliche Vernachlässigung meiner selbst. Dabei strömen die Gedanken in breiten Flüssen durchs Gehirn, nur die Hitze macht sie breiig, zäh und schwer zu bändigen, ein kühles Zimmer, zum Hinterhof, das wäre eine Pracht, drei Meter in der Höhe, riesige Fenster in die schattige Kühle, die Sonnenstrahlen beobachtet man aus der Ferne und bedankt sich bei ihnen für ein wenig Licht, zum Schreiben. Aber so ist es nicht, dunkle Flecken am Hemd schon am Morgen, Schweißtropfen auf der Stirn, das ist kein Denken, dass ist der sinnlose Versuch, Bruchstücke aus dem zähen Brei zu retten, damit diese nicht im Jenseits verschwinden.

Montag, 26. Juni 2006

...

Schöner Artikel, übrigens beim Spreeblick gefunden. Ich will jetzt gar nicht weiter drüber schwafeln und so, soll sich jeder selbst ein Bild machen. Einen Punkt allerdings fand ich beachtlich: "In diesem Zusammenhang kann man das Bloggen nicht als Schreiben gelten lassen. Als Blogger reicht es, dass man den Massen nach dem Mund redet oder Aufmerksamkeit erregt, indem man sie beschimpft."

Es klingt traurig, entspricht aber tatsächlich realen Beobachtungen, die man auf seiner Reise durchs Internetz ab und zu einmal anstellt. Für mich stellt sich allerdings an dieser Stelle die Frage, warum man denn nun eigentlich bloggt. Tatsächlich aus reiner Lust an der Beweihräucherung durch andere, die zu einem zähen Warten auf den nächsten Kommentar ausarten kann? Einfach aus reiner Neugier, ob man mit diesem Aufmerksamkeit erzeugenden Spielzeug tatsächlich Reaktionen hervorrufen, Gleichgesinnte ausfindig und mit ihnen Kontakt aufnehmen kann? Oder ist es am Ende der RTL2-gesteuerte Trieb zur Selbstdarstellung, der einen nicht in den BigBrother-Container sondern zum Bloggen treibt? In allen genannten Fällen wäre man auf o. g. Hilfsmittel "nach dem Mund reden" oder Provokation angewiesen. Bei blogger.de gibt es einen Don A., der setzt das Stilmittel Provokation fast ständig ein und scheint damit ordentlich Resonanz zu erzeugen. Manchmal ein wenig zweifelhaft. Es ist aber nun mal so, dass Aussagen wie "Der und der is nen blöder kapitalistischer Schnorchel, weil er einen Opel testfährt." Verwirbelungen im blogdings hervorrufen können, die sogar den irgendwo herum dümpelnden Bodensatz an die Oberfläche treiben lassen. Mit dem entsprechenden Resultat: Unnütze Diskussion, hätte man eigentlich gar nicht drüber reden müssen, wären die Honks einfach an den Opelfahrern vorbeigegangen, vielleicht mit einem kurzen Nasenrümpfen, hätte ein Großteil der Blogeten kaum etwas davon mitbekommen.

Bloggen ist zum größten Teil Entertainment, Chatten, Fotos zeigen, Selbstdarstellung. So sehe ich das und halte mich klein und heimlich an die kleinen, leisen und untypischen Blogger, die Schreiben, obwohl sie nie einer kommentiert - was meistens auch ganz gut ist, denn wie soll man gute Texte angemessen kommentieren? - die aber wunderbar unterhalten und vor allen Dingen zum Nachdenken anregen.

Dienstag, 13. Juni 2006

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Fällt auf Spam eigentlich noch jemand rein?

Nicolas hat seine neu Uhr hier bestellt, Wir sind die wo gute Pi11z haben, Michelle hat so ganz leicht 7 Kilos abgenommen, Von Raffael kommt dieser Tipp, Tanja hat seine Uhr hier gekauft, Anne meinte, hier gibt es die besten Preise

Freitag, 9. Juni 2006

Beobachtungen

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Männer, die sabbernd Hüfthosen tragenden und sitzenden Damen in das hervorblitzende Hinterndekollete gaffen.

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Menschen, die von sich behaupten sehr, sehr selten bis gar nicht Fernsehen zu schauen, die den Zirkus verabscheuen, angeblich. Ich schaue gern in die Glotze, ab und zu, weil so eine ultra schlechte Unterschichtensendung das sich ewig drehende Gedankenkarussel kurz anhalten lässt, den Kopf frei macht. Hinterher fühle ich mich meist erfrischt, bereit, meine vielen Gedanken neu zu ordnen, sie weiter zu entwickeln.

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Das Buch von Wolfgang Borchert erinnert mich schmerzlich an meine Schulzeit, als Schreibübungen mir noch ein Greuel waren, der Lehrer mich nie verstand und die tatsächlich schlechten Aufsätze ebenso bewertete.

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Die kühle Luft, die aus dem alten Bunker strömt. Ein Windhauch, wenn man vorbei geht. Muss man sich merken, für den richtigen Sommer, da kann man sich bei 35°C Außentemperatur kurz abkühlen.

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Zweit-, Dritt- oder Viertblogs. Allerdings mit Einschränkungen.

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Blogs bei antville, blogger und twoday kann man immer noch schlecht ausdrucken.

Gedanken zum Liebesentzug

Liebesentzug - ein allgemein negativ befrachtetes Wort, bedeutet es doch letztendlich das Wegreissen einer Sache, in diesem Fall der Liebe, ein Wort, dass man in unterschiedlicher Weise interpretiren könnte (körperliche Liebe, platonische Liebe, Liebe im Sinne einer tiefen Freundschaft usw.), die einem wichtig ist, vielleicht auch teuer. Der Wegfall, der Entzug, kann furchtbare Schmerzen verursachen, körperlich, seelisch, führt zum Verkümmern , zu Hass und Selbsthass, zu dieser einen, oft gestellten Frage: Warum? Warum nur?

Das kennen wir alle, jeder musste sicherlich schon einmal den Schmerz einer vergehenden oder vergangenen Liebe über sich ergehen lassen, ein Prozess, der sich tief einbrennt und das Selbstmitleid schürt.

Liebesentzug kann aber auch eine positive Seite haben. Zeigt sich doch schon allein Wort "Liebesentzug" etwas, von dem man vielleicht gar nicht ausgegangen ist, ausgehen konnte, es nicht geusst hat. Nur vorhandene Liebe kann entzogen werden. Der Betroffene muss erkennen, dass es ein Gefühl ihm gegenüber gibt, in welcher Form ist letztendlich egal. Vielleicht ist er dann überrascht oder entsetzt, freut sich oder ärgert sich, das Gefühl des Entziehenden jedoch ist da, eine wichtige Erkenntnis.

Liebesentzug kann also zur Erkenntnis führen, zum Bewusstsein der Liebe einer anderen Person zum Betroffenen, der mit dieser Erkenntnis entscheiden kann, ob er dem Instrument "Liebesentzug" nachgeben wird, sich seiner Gegenliebe bewusst wird und liebt oder die Liebe zurückweist, aus welchen Gründen auch immer.

(Nur ein paar Gedanken, nur so dahingerotzt, ohne jegliche Grundlage, allein auf Beobachtung und Schlussfolgerung basierend. Kein wissenschaftliches Beispiel.)

Mittwoch, 7. Juni 2006

...

Gemeinsam sind wir stark. Der Ball ist rund. Das Runde muss ins Eckige. Elf Freunde müsst ihr sein. Alles Schmarrn. Ich lese gerade den Benn und muss mir laut klatschend gegen die Stirn schlagen. Nicht wegen der eigentlichen Erkenntnis daraus, sondern vielmehr wegen dieses Ausrufs hier. Am liebsten würde ich das halbe Buch hier zitieren. Mach ich aber nicht, muss jeder selber lesen.

Freitag, 2. Juni 2006

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"Aids ist Gottes Strafe für Homosexualität" - Anna Zaborska, slowakische Europa-Abgeordnete.

Das ist die Zukunft, das neue Europa. Ein religiöser Staatenbund, angeführt von Anhängern des Kreationismus, religiösen Rechten, beeinflusst von erfahrenen amerikanischen Missionaren.

So schlimm wird es nicht werden, so düster und dunkel. Man darf es nur nicht hinnehmen, sich damit abgeben ("Politiker machen doch sowieso, wat se wollen."), muss die Leute aufklären und zum Nachdenken bringen.

Eine Denkwerkstatt

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